Balticult 2011
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Balticult-Mitglied Martin Staszak auf der "Konferenz Kulturbrücke Fehmarnbelt II", am 23. 9. 2010, in Schloss Salzau

Politische Bildung für 'jedermensch'

Seit 1994 führten wir - auf der Grundlage eines Kopperationsvertrages - in den Räumen der Heimvolkshochschule Vogelsang e. V. (Kreis Nordwestmecklenburg) politisch-interkulturelle Workshops durch, an denen Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunftsmilieus, aus alten und neuen Bundesländern sowie dem europäischen Ausland teilnahmen. Mit Rückbesinnung auf den 9. November 1989 und inhaltlicher Bezugnahme auf die Zeit der "Runden Tische" während der ersten friedlichen Revolution auf deutschem Boden und auf die kurze Amtsphase der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR wie auch im Hinblick auf die geistigen und materiellen Hinterlassenschaften sozialer Bewegungen in der Vorwende-BRD riefen wir zur Teilnahme an unseren "November-Workshops" im Jagdschloss Vogelsang bei Wismar auf.

Unser Hauptanliegen ist die Anknüpfung von Kooperationsformen mit Partnern im Baltikum und in anderen Ostsee-Anrainerstaaten auf regionaler und lokaler Ebene, in erster Linie auf den Gebieten freier Kunst und Pädagogik sowie der Entfaltung eines regionalen Kulturansatzes und einer politischen Bildung für alle, ohne ideologische Vorschaltmuster- Als inhaltlichen Bezugsrahmen beziehen wir uns auf das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und die Landesverfassung Mecklenburg-Vorpommerns. Für die Umsetzung unserer Workshops, Seminare, Konferenzen und Projekte, nutzen wir unsere Außenstellen in Neustadt-Glewe (Ortsteil Tuckhude), Vogelsang (bei Wismar) und Hamburg sowie die gesellschaftlichen Verbindungen unseres Netzwerk-Initiators Martin Staszak, in Lübeck.

Seit 2004 beteiligen wir uns gelegentlich an Foren von Nichtregierungsorganisationen innerhalb des Ostseeraums, je nach Ausgangslage in passiver oder aktiver Weise. Wir sind körperschaftliches Mitglied des "Baltic Sea NGO Network"s und der NGO-Initiative "Ostseekooperation".


Am Donnerstag, dem 23. September 2010, fand zwischen 10°° und 17°° Uhr im Landeskulturzentrum Salzau die gut besuchte, deutsch-dänische Konferenz Kulturbrücke Fehmarnbelt II statt, und zwar vor dem Hintergrund der Schaffung einer den Belt überragenden Brücke für den Autoverkehr. Weil an diesem Großprojekt, sofern es überhaupt verwirklicht und kein Tunnelprojekt wird, viele Menschen zweier Nationen beteiligt sind, möchte man dieselben einander auf kultureller Basis näher bringen. Auf der deutschen Seite, zumal unter denjenigen, die auf der Halbinsel Fehmarn leben, gibt es eine große Anzahl an Skeptikern und Ablehnenden gegenüber dem Großprojekt, während auf dänischer Seite bereits Vorleistungen getätigt wurden, um zu unterstreichen, wie sehr man an der verkehrspolitische und bauliche Ankoppelung an die mitteleuropäischen Verkehrswege interessiert ist. Unsere Kultur- und Bildungsgesellschaft BALTICULT war durch unseren Vorsitzenden (Lutz Hüttel) sowie Martin Staszak (als Beauftragtem für den Aufbau des Kulturnetzwerks "balticult.net") vertreten.

Es gab die üblichen Vorreden am Rednerpult aber auch Workshops, und zwar zu folgenden Themen:
  1. Kulturaustausch / Kulturszenarien
  2. Kulturelle Events / Festivals
  3. Kooperation kultureller Institute, Museen etc.
  4. Kommunale Kulturkooperationen / Kulturtourismus.
Für alle Workshops wurden die Fragen vorangestellt: "Was brauchen wir? Was wollen wir?".

Moderiert wurde die Konferenz von Gert Haack, dem Referatsleiter des Ministeriums für Bildung und Kultur Schleswig-Holsteins sowie von Tine Bredo, der Projektkoordinatorin der Königlich Dänischen Botschaft.

Die Eröffnungsreden wurden von
Susanne Bieler-Seelhoff, der Leiterin der Kulturabteilung des Ministeriums für Bildung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, Matthias Schulz-Kleinfeldt, dem Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lübeck,  sowie von Dr. Birgit Stöber, von der Copenhagen Business School gehalten.

Allgemein betrachtet konnten die Vertreter unserer Kultur- und Bildungsorganisation sich nicht nur inhaltlich einbringen, sondern viele neue Kontakte knüpfen, seien es welche auf der Ebene der Kommunalpolitik, der Brücken-Projektbeteiligung oder der Kulturwszene in Schleswig-Holstein (z. B. zwei Vertreter einer Blues-Initiative in Eutin).

Der Balticult-Vorstand wird jene Konferenz, die im September in Salzau über die Bühne ging, zum Anlass nehmen, um mit neuen potentiellen Partnern ins Gespräch zu kommen und Möglichkeiten zukünftiger Zusammenarbeit auszuloten, und zwar im Rahmen konkreter, überschaubarer Vorhaben. Das gilt nicht nur für mögliche deutsche bzw. schleswig-holsteinische Partner, sondern auch solche aus Dänemark.


Die "Gesellschaft zur Förderung des Hanseatic Institute for Entrepreneurship and Regional Development an der Universtität Rostock e. V." (kurz "HIERO" genannt) lud zum Workshop "Projektentwicklung im South-Baltic-Programme" ein, der auch der Balticult-Vorsitzender Folge leistete. Im Rahmen des "Capacity Building Project"(s) wurde am 30. September 2010, in sechs Einheiten à 60 Minuten, ein Training für den Ausbau eigener Kompetenzen im Bereich der Projektentwicklung geboten. Damit verbunden waren praktische Übungen im Hinblick auf Abläufe und formale Bestimmungen von der ersten Projektidee bis zum vollständigen Projektantrag. Der Workshop hatte folgende Schwerpunkte:
  1. Entwicklung eines Projektes - Erfolgsfaktoren der Projektentwicklung, Problemlösungen und Ideengenerierung
  2. Projektziele und Ergebnisse
  3. Aktivitäten und Outputs, Budgetplanung
  4. Partnerstrukturen
  5. Aufgabenverteilung unter den Projektpartnern
  6. Zusammenfassung.
Ansprechpartner für die Teilnehmer war der aus Polen stammende HIERO-Mitarbeiter  Pawel Warszyck. Ausgerichtet wurde der Workshop in einem Raum der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock (für Ortskundliche: in der Ulmenstraße 69, Haus 1, in 18055 Rostock). Im Zuge auch dieser Veranstaltung ergaben sich für Balticult neue Kontakte potentieller Kooperationspartner.


Landskulturzentrum (Schloss) Salzau bei Kiel, Austragungsort der "Konferenz Kulturbrücke Fehmarnbelt" (23.09.2010)