Seit 1993 bieten wir Möglichkeiten für die Anbahnung von Zusammenarbeit zwischen Kulturschaffenden. Geschah diese anfangs vor allem auf den Gebieten der Musik und des Instrumenten- und Musikanlagenbaus, so kamen später künstlerische Elemente, wie Malerei und Bildhauerei sowie Kunsthandwerk hinzu.
Darüber hinaus sind wir bestrebt, Leute mit kommerziellen Interessen, die ihre eigenen kulturellen Ansprüche ans Leben nicht auf dem Altar von Nutzung und Verwertung sowie Gewinnstreben zu opfern bereit sind, mit Kulturschaffenden aller Bereiche zusammen zu bringen. Hierbei geht es uns, über die Kulturförderung hinaus, um die Vernetzung von kulturellen und wirtschaftlichen Akteuren innerhalb des Ostseeraums.
Wirtschaftliche Interessen und künstlerische Ansprüche hinsichtlich Form, Ausdruck und Vermittlungsmethode können zu gegenseitigem Vorteil eingebracht werden. Allerdings lehnen wir jegliche Form der Unterordnung unter kommerzielle, weltanschauliche oder religiöse Vorgaben von dritter Seite entschieden ab. Unsere Unabhängigkeit sichert uns die Freiheit der Inhalte und Formengebung.
Kunst und Kommerz können, bei Vermeidung falscher Kompromisse, und bei gegenseitigem Respekt, gemeinsam Höherem dienen, anstatt der Mittelmäßigkeit Vorschub zu leisten.
Unter den Nichtregierungsorganisationen des Ostseeraums vertreten wir einen freikulturellen Ansatz, bei dem soziokulturelle Besonderheiten und Traditionen von Völkern, Minderheiten und kulturellen Strömungen sowie den kulturellen Anliegen einzelner Mitmenschen respektiert werden. Authentizität ziehen wir Konformismus vor.
Für uns gilt das Voltairsche Toleranzgebot, demgemäß wir selbst das aushalten und gewähren lassen, was uns nicht gefällt oder zusagt. Wir ziehen die Einheit in Vielfalt der einfältigen Vielheit vor.
Weil wir unter anderem das Fahrrad nicht erfunden haben, kooperieren wir zuweilen mit Partnern aus den Bereichen Kunstmalerei, Bildhauerei, Kunsthandwerk, Fotografie, Musik, Archäologie, Lokal- und Regionalgeschichte sowie Historienspiel und Reenactment, darunter Solisten, Ateliers, Galerien, Tourismusverbände, Museen und kunsthandwerkliche Werkstätten, Kulturzentren, Musikverlage sowie Darstellungsformationen im In- und Ausland.
Passend zu unserem Hauptsitz an Bord eines Kulturtrawlers der "Independent-Szene" lieben wir den offenen, geistigen Horizont.
Vor diesem Hintergrund führen wir alljährlich westöstliche Treffen für handgemachte Musik, Kunst und Kunsthandwerk durch. Diese sind für Laien, Amateure und Profis gleichermaßen gedacht.
Am ersten Juli-Wochenende dieses Jahres war wieder ein Balticult-Presseteam nach Rudolstadt gefahren, um Kontakte zu knüpfen, Interviews zu machen und Material für Reportagen und Berichte oder Kommentare zu sammeln. Balticult e. V. fühlt sich seit Gründung dem Festivalteam inhaltlich wie menschlich sehr verbunden.
Für eine aktive Mitwirkung beim 18. West-Ost-Treffen für handgemachte Musik und Kunst (Folge "OktoberSound IX"), das vom 16. bis 18. Oktober 2009 unter dem Motto "Hörsignal 2009" ausgerichtet wurde, war der Fotodesigner Sam Schramm aus Hamburg nach Vogelsang gekommen und hatte Schlosswände für die Präsentation seiner Kunstfotografien nutzen können, die seitens der Teilnehmenden Beachtung fand.
Im Mittelpunkt des Treffens stand 2009 das Zusammenspiel von Musik und Hörfunk. Vom Musikpädagogen und Medientheoretiker Martin Staszak erfuhren die Teilnehmenden viel Neues über Verfremdungsmöglichkeiten und Hörfunk-Effekte, unter Ausnutzung der Kapazitäten des Computers. Martin Staszak ist bei Balticult e. V. für den Aufbau eines Kulturnetzwerks, bezogen auf den Ostseeraum, zuständig.
Gemeinsam mit dem Cellisten Ben Soijka (Mitglied des Hamburger "U-Boot-Orchesters") und der Dichterin und Liedermacherin Betty Quast, die zum Geschehen ein eigenes Lied über die untergegangene, frühgeschichtliche Ostseestadt "Veneta" beisteuerte, erstellten die Teilnehmenden einen halbständigen Hörfunk-Beitrag.
Der aus Kappeln angereiste, autodidaktisch gebildete Instrumentenbauer Thomas Petersen zeigte, wie man Instrumente selbst bauen und sich dadurch den Zugang zur Musik erleichtern kann. Eines seiner Instrumente ist auf dieser Seite (links) abgebildet. Wie wir nun wissen, hat er mehrere 'schräg wirkende' Instrumente gebastelt, die entweder leicht oder auch mit hohen Anforderungen bespielt werden können. Sein Vortrag machte uns allen Lust auf mehr!...
In diesem Jahr wird das 10. West-Ost-Treffen handgemachter Musik und Kunst im Jagdschlossgebäude der Heimvolkshochschule Vogelsang e. V. vom Freitag, dem 15. bis Sonntag, den 17. Oktober stattfinden. Der Titel des Treffens lautet Soundsputnik am Salzhaff gelandet! Eben jener Sputnik wird Klangimpulse freisetzen, die von archaischen Urzeiten bis zur aktuellen Moderne künden. Außerdem wird der Hamburger Musiker mit Schwerpunkt spanischer Gitarrenmusik, Ferdinand Feil geheißen, während der Veranstaltung eine aktuelle Werkschau seines Schaffens präsentieren. Ferdinand Feil wird diesmal auch Anleihen bei der brasilianischen Musikkultur nehmen. Bei weiteren Kulturschaffenden in Hamburg, Berlin und im Baltikum liegen Anfragen vor. Mündlich haben der irische Musiker und Diplom-Ingenieur Martin Burns (Belfast) und der ursprünglich aus Kasachstan kommende und derzeit in Hamburg wohnende russische Amateur-Bassist sowie Kameramann und Produzent von Kurz- und Dokumentarfilmen Igor Kelsch ihre Mitwirkung zugesagt.
Bisher gibt es nur eine vorläufige programmatische Fassung der Einladung. Es ist gewollt, das nicht nur die verschiedenen Sparten künstlerischen Schaffens einander im Schloss Vogelsang begegnen, sondern auch Menschen unterschiedlicher nationaler und regionaler Herkunft, mit Hauptaugenmerk auf den Ostseeraum. Immerhin werden voraussichtlich Kulturschaffende aus mindestens drei verschiedenen Nationen auf "OktoberSound X" zu erleben sein.
Wie in vergangenen Jahren sind am zweiten Juni-Wochenende 2009 wieder Balticult-Mitglieder in mittelalterlicher Gewandung nach Neustadt-Glewe gereist, um am Burgfest teilzunehmen bzw. mitzuwirken.
Auch das aus westöstlichen Balticult-Musik- und Kunsttreffen hervorgegangene Duo Symbiosis war wiederholt auf dem Burgfest aufgetreten, um Texte sowie Melodien aus der Feder von Königen Troubadouren (kunstbeflissene Ritter und andere Adlige) Spaniens zu Gehör zu bringen. Auf diese Weise ist das Duo bestrebt, auf die arabischen bzw. maurischen wie spanisch-christlichen Wurzeln gesamteuropäischer Kultur aufmerksam zu machen. Das Duo repräsentiert die interkulturelle Zusammenarbeit zwischen einem Poesie vortragenden "Nordmann" und einem musizierenden spanischen "Caballero". Die Musikbeiträge, die ursprünglich auf mittelalterlichen Instrumenten gespielt wurden, mussten auf Gitarre umgearbeitet werden. Ein Teil der Texte beruht auf eigenen Übersetzungen von mittelalterlich-sprachlichen Originalversionen.
Am Wochenende des 11. und 12. Juli 2009 fanden in Oldenburg (Holstein) die Slawentage statt. Am Sonnabend, dem 11. Juli folgten historisch gewandete Balticult-Mitglieder der Einladung der Leiterin des Oldenburger Wallmuseums und nahmen für einen Tag an der sehr gelungenen Veranstaltung teil. Es wurden alte Beziehungen zu Angehörigen der norddeutschen Reenactment-Szene bekräftigt und neue Kontakte (unter anderem zu mittelalterlichen Spielleuten aus Polen) geknüpft. Unser lettisches Mitglied Mâra Silâja-Woelke ließ ihre Kôkle erklingen, dieweil unser "Nordmann" Verse-Kostproben mittelalterlicher Ritter bzw. Troubadoure im Lager der Wikinger vortrug.
Einen Riesenspaß machten die Fährfahrten zwischen der Slawensiedlung und dem Zeltlager bzw. übrigen Veranstaltungsgelände. Alle Balticult-Mitglieder, die an der Veranstaltung teilgenommen hatten, fuhren, wenn auch etwas erschöpft, beglückt und in guter Stimmung wieder nach Hause.
Auch an den Wikingertagen der Turmhügelburg zu Lütjenburg nahm eine historisch gekleidete Balticult-Abordnung teil, um die Verbundenheit mit den dort Aktiven zu demonstrieren. Herrliches Wetter versüßte den Aufenthalt im Nordwesten des Landesteils Holstein (23 Kilometer von Oldenburg entfernt).
Das Balticult-Presse-Team besuchte selbstverständlich auch die Hanse Sail Rostock 2009, vor allem die Präsentation der Großsegelschiffe in Warnemünde (Küstenvorort von Rostock), aber auch den Verein Hanse Sail, im Stadthafen-Gelände. Der Service der Presseabteilung des Veranstalters wie der aktiven Vereinsmitglieder war auf liebenswürdige Weise hervorragend.
Das alljährlich in Flensburg stattfindende Festival folkBALTICA wurde von unserem Presseteam ebenfalls aufgesucht. Eine Schwerpunkt-Ausgabe unseres Kulturmagazins "Windrose" über die hier erwähnten Festivals ist in Arbeit. Sie ist vor allem unseren langjährigen Partnern unter den Festival-Veranstaltern und den musikalisch Mitwirkenden gewidmet. Auch in unseren deutsch-baltischen Kulturbriefen ("Baltische Sonne") werden sich Aspekte der Festivals wiederfinden. Wir danken Jens-Peter Müller und den übrigen Angehörigen des Festivalteams für gewährte Gastfreundschaft und Unterstützung bei unserer Pressearbeit!
In diesem Jahr fand die 6. folkBALTICA statt, mit ca. 45 Veranstaltungen neuer Höhepunkte der Musikkultur aus den Staaten und Regionen rund um die Ostsee. An über 35 Spielstätten in Flensburg und in der deutsch-dänischen Grenzregion "Sønderjylland-Schleswig" wurde das Festival ausgerichtet. Es traten etwa 85 Musiker und Musikerinnen aus Lettland, Estland, Polen, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Deutschland an 19 Spielorten auf 38 Bühnen auf. Darüber hinaus hatten geneigte Besucher(innen) die Möglichkeit, Ausstellungen besuchen, Kinofilme anzusehen, an Workshops teilzunehmen und Vorträge anzuhören, darunter den der ehemaligen Staatspräsidentin Lettlands, Vaira Vike-Freiberga "über die kultische Bedeutung der Sonne in der lettischen Mythologie" am 24. April 2010, im Flensburger Schifffahrtsmuseum. Das Balticult-Presse-Team nahm jene Gelegenheit wahr, um der lettischen Psychologie-Professorin, Kulturwissenschaftlerin und Politikerin eine japanische Azalee - im Namen aller Balticult-Mitglieder - zu überreichen. Außer Vaira Vike-Freiberga waren auch weitere lettische öffentliche Persönlichkeiten nach Flensburg angereist, so gemäß Presse-Mitteilung der Veranstalter, der lettische Kulturminister Ints Dalderis und der Botschafter des Landes, Iivas Klavas.
In der Zeit vom 21. bis 25. April 2010 gab es an einigen Orten Festival-Höhepunkte, so beispielsweise den festlichen Auftakt in Form eines "Sonnenkonzerts" in der Flensburger Nikolaikirche, die Konzerte auf der Hauptbühne der "Duborg-Skolen" (einer schulischen Einrichtung der dänischen Minderheit), die auch vom Norddeutschen Rundfunk mitgeschnitten wurden, oder das große Workshop-Angebot am 24. April 2010. Die Orte außerhalb Flensburgs, an denen Veranstaltungen im Rahmen des Festivals stattfanden, sind Husum, Eckernförde, Kappeln, Schleswig, Apenrade, Sønderborg und die Große Ochseninsel auf der Flensburger Förde.
Schwerpunktland des diesjährigen Festivals in sechster Folge war die Republik Lettland, vor allem im Hinblick auf die Musikkultur des baltischen Staates. Es war nur folgerichtig, dass auch das "Trio Smīte, Karkle und Cinkuss", das bereits auf der 5. folkBALTICA 2009 sein gesangliches und instrumentales Können bewies, wieder in Flensburg und Umgebung auftauchte.
Mit fünf Dudelsäcken sowie drei Percussionisten war die baltische Gruppe "Auli" nach Flensburg gekommen, ergänzt durch den lettischen Akkordeonisten "Valts Puce", die Gruppe "Owis", die Kōkle-Virtuosin "Laima Jansone" sowie den Multiinstrumentalisten "Valdis Muktupavels".
Am 23. April 2010 fand - laut Programm -im "Kühlhaus" eine Folkparty statt, wo man die finnische Instrumentalgruppe "Frigg" und die dänisch-färöische Band "Valravn" erleben konnte. Aus Schweden kam das "Crane Dance Trio", aus Polen die Ethnobeat-Formation "Zywiolak" sowie die preisgekörnte deutsche Gruppe "Deitsch" in die Förderstadt. Das diesjährige Instrumentenspecial fand am 24. April auf dem Flensburger Museumsberg statt. Es war der Flöte gewidment. Fünf Virtuosen des Blasinstruments aus Skandinavien und Deutschland trafen in Flensburg aufeinander.
Das Unterfangen im Wert von 190.000 € ist war mal ein organisatorisch-technisches wie inhaltliches Wagnis von Jens-Peter Müller und seinem Festivalteam, erst recht angesichts der kurz vor Veranstaltungsbeginn ausgefallenen Flüge, die für Musikgruppen und Musiker gebucht waren und zum Teil in Fahrzeug-Reisen umorganisiert werden mussten.
Wir haben den Besuch dieses Festivals vor Beginn den Leser/inne)n dieser Homepage empfohlen und haben nun, rückblickend, in dieser Hinsicht ein gutes Gewissen und zollen Respekt all jenen Deutschen und Dänen, die im Hintergrund des Geschehens ihren Beitrag dazu geleistet haben, auf dass "folkBALTICA 2010" so gut 'über die Bühne' ging. Bleibt noch anzumerken, dass das Balticult-Presse-Team in Flensburgs Innenstadt unter anderem auch auf die Balticult-Mitglieder Hartmut Woelke (Bluesmusiker) und seine Frau, die Meisterin des lettischen Urinstruments Kōkle, Māra Silāja-Woelke trafen. Das Musiker-Ehepaar aus Bargteheide beteiligte sich an einem Workshop des Festivals.
Vom 4. bis 8. November 2009 fanden die 51. Nordischen Filmtage Lübeck statt. Ein Presseteam nahm sich dieser Veranstaltung an und wird demnächst darüber Berichte liefern. Darüber hinaus ist in der Ausgabe 3 des Jahres 2009 unserer deutsch-baltischen Kulturbriefe, die von uns unter der Bezeichnung Baltische Sonne herausgegeben werden, anhand von Film-Beispielen über die Nordischen Filmtage bereits berichtet worden. Wie bei vorigen Festivals, waren auch 2009 viele Filmschaffende, vor allem aus den skandinavischen, aber auch aus den baltischen Staaten angereist, um ihre Filme vorzustellen oder Kontakte für zukünftige Kooperationsprojekte zu knüpfen. Dem Veranstaltungsteam - unter der künstlerischen Leitung von Linde Fröhlich - ist es zu verdanken, dass auch im 'Krisenjahr 2009' das für den Ostseeraum wohl bedeutendste Filmfest stattfinden konnte. Das Balticult-Presse-Team dankt für guten Service!
Vom 21. bis 23. Mai 2010 fand auf dem "Scheersberghof", in Quern, unweit der Flensburger Förde, wieder mal ein Treffen für die Freunde der Folkmusik statt. Wer detaillierte Informationen dazu erhalten möchte, schaue in die Homepage der Veranstalter: www.scheersberg.net.
Musikalische Höhepunkte waren beispielhafte Präsentationen und Auftritte der von der Insel Föhr stammenden keltophilen Formation "Ballynacally" mit der Frontsängerin "Kaike Faltings", die auch in der Countrymusik oder im Bereich der Shanties zu Hause ist und Lieder in ihrer inselfriesischen Heimatsprache verfasst, sowie sechs brilliante Musiker aus Göteborg, die sich musikalisch eng mit Ungarn und dem Balkan verbunden haben und "Radio Kairo" nennen. Kam die estgenannte Formation aus dem deutschen Nordwesten sehr gut bei Teilnehmenden wie am Publikum der Abendveranstaltung am 22. Mai an, entfachte die Band aus Göteborg einen Publikumsrausch, der die Tanzfläche vor der Waldbühne nahe des Scheersberghofes füllte. Mehrmals mussten die Skandinavier für eine Zugabe zurück, auf die Bühne.
Am Sonntag, dem 23. Mai 2010, wurden die Ergebnisse aus diversen musikalischen Workshops sowie von den Teilnehmenden gemeinsam eingeübte Stücke präsentiert. Darüber hinaus tagte während des Treffens auf dem Scheersberg die "Jahresmitgliederversammlung der LAG Folk Schleswig-Holstein e. V." bei Kaffee und Kuchen. Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Folk ist eine kulturpolitische Interessenorganisation von Folkmusikern und -begeisterten in ganz Schleswig-Holstein und Hamburg.
Den Abschluss des 36. Internationalen Folktreffens bildete ein öffentliches Konzert in der St. Marienkirche zu Sörup, einem etwa fünf Kilometer vom Scheersberg entfernten Ort mit Bahnanschluss.
Die Nachwuchsformation "Landstreicher", allesamt Jugendliche, die sich an der Musikschule Flensburg ausbilden lassen und eine Vorliebe für finnische Musik infolge einer Teilnahme am Folkfestival in Kaustinen (Finnland) besitzen, sowie die finnische Vokal- und Instrumentalgruppe "Polka Chicks", bestehend aus drei jungen Frauen, die bereits in den USA, Russland, Dänemark und Deutschland aufgetreten sind sowie 2009 in Kaustinen zur Band des Jahres gekürt wurden, boten dem geneigten Publikum einen würdigen Abschluss des diesjährigen Folktreffens, dessen künstlerische Leitung der Folkmusiker Jens-Peter Müller inne hatte.
Bleibt anzumerken, dass auf dem Scheersberg-Treffen auch die freie Gesangsinitiative der Hamburgerin Martina Lübke vertreten war, die jeden ersten Donnerstag des jeweiligen Monats im Raum Nr. 5 des "SternChance e. V.", in der Schörderstiftstraße 7 zusammen trifft. Laut Martina Lübke handelt es sich "um einen Singkreis im Stil irischer oder schottischer Singing-Sessions". Man singe reihum solo und a cappella, im allgmeinen ohne Instrumentalbegleitung. Wer daran teilnehmen möchte, kann "Lieder eigener Wahl und egal, in welcher Sprache" singen. Wer gerne singt, ist somit in der Initiative willkommen.
Seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts ist die Kultur- und Bildungsgesellschaft Balticult mit dem Internationalen Tanz- & Folkfest von Rudolstadt (Thüringen) fest verbunden. Zum 20. Jubiläum des Festivals veröffentlichen wir an dieser Stelle die offizielle Presseankündigung der Veranstalter:
Pressetext 2010
Medieninformation
zum
20. TFF.Rudolstadt (2. – 4. Juli 2010)
Mit üppigem
Programm in die Vollen
Schön aber wahr – unter der Schirmherrschaft von
Kulturstaatsminister Bernd Neumann wird Deutschlands großes
Weltmusikfestival runde 20! Was stellt man nun am gescheitesten mit
einem solchen Jubiläum an? Was wir nicht wollen, war uns schnell klar,
nämlich eine Selbstbespiegelung im Sinne eines „Best of“. Schließlich
steht das TFF.Rudolstadt vor allem für die aktuellen Entwicklungen im
Bereich von Folk und Weltmusik. Und darauf darf sich die große
deutschlandweite Fangemeinde auch 2010 freuen.
Einen interessierten Blick zurück über die Schulter versagen wir uns
dennoch nicht. TFF91 Revisited heißt ein Mini-Special, das drei der
aufsehenerregendsten Acts des 1. Tanz&FolkFests präsentiert:
Jablkoň (CZE) mit experimenteller Musik „zwischen Gitarren und
Trockenfrüchten“, Elena Ledda (ITA) mit sardischen Gesängen und die
Wellküren (D), die ähnlich ihren Brüdern, den Biermösl Blosn, in der
traditionellen bayerischen Volksmusik wildern.
Ein großes Jubiläumsgeschenk kommt von der EBU, der Europäischen
Rundfunkunion: The 31st EBU Contemporary Folk Music Festival bereichert
das TFF. Mehr als 20 europäische Radiostationen entsenden besonders
spannende Künstler, Newcomer wie gestandene Bands, auf die wieder mehr
als 20 Rudolstädter Bühnen. Von Skandinavien bis zum Balkan und von A
wie Attwenger, den Dada-Volxmusikanten aus Österreich, bis T wie
Trilla, katalanischer Tanzmusik aus Spanien, gibt es - experimentell
oder traditionell, konzertant oder tanzbar – reichlich Gesang,
Perkussion und Instrumentales aus “good old Europe”.
Verträgt das 20. TFF daneben noch einen Länderschwerpunkt? Wir meinen:
ja, und zwar einen vom Umfang her kleinen aber feinen. Mit diesem
Anspruch präsentieren wir in diesem Jahr Äthiopien. Mahmoud Ahmed gilt
als die Seele der modernen Musik Äthiopiens, die er über drei
Jahrzehnte mit seiner Mischung aus Melancholie und Tanzbarkeit geprägt
hat. Unter der Marke Éthiopiques wird mit ihm gemeinsam ein zweiter
legendärer Crooner aus Addis zu hören sein, Alèmayèhu Eshèté. Aktuellen
EthioJazz offeriert Nubian Ark, während Alemu Aga aus “König Davids
Harfe” hierzulande selten zu hörende meditative Klänge zaubert und The
Azmaris of Addis die Tradition der Wandermusiker aufleben lassen.
Magic Trumpet ist der Titel unseres diesjährigen Instrumenten-Specials.
Trompeten-Virtuosen aus dem Iran (Pablo Giw), Moldavien (Adam Stînga)
der Schweiz (Hans Kennel) und den USA (Frank London) werden gemeinsam
auf der Bühne stehen. Für die exklusive Rudolstadt-Session erhalten sie
Unterstützung von einer internationalen Riege weiterer Blechbläser und
Perkussionisten.
Unser Tanz des Jahres 2010 ist der Stepptanz. Gruppen aus England (The
Demon Barber Roadshow, Englands beste Live-Band 2009), Italien (Andrea
Capezzuoli e Compagnia), Spanien (Aire Gitano, Flamenco) und
Deutschland (Tap Royal) werden ihn nicht nur in Bühnenshows
zelebrieren, sondern auch den vielen Mitmachtänzern nahe bringen.
Der deutsche Weltmusikpreis RUTH erlebt seinen Showdown in einer sicher
wieder euphorischen Atmosphäre auf der großen Heidecksburg-Bühne.
Ausgelobt von MDR-Figaro, vom Trägerkreis des Bundeswettbewerbs Creole
und dem TFF.Rudolstadt ist RUTH mit insgesamt 7.500 € dotiert und wird
in vier Kategorien vergeben.
Kwart
erhalten die Deutsche RUTH für ihre Interpretationen traditioneller
Musik aus dem Nord- und Ostseeraum und das multikulturelle „Emigrantski
Raggamuffin Kollektiv“ RotFront die Globale RUTH als Berlins Partyband
Nummer 1. Die Ehren RUTHS gehen an die Weimarer Weltmusikpioniere Bayon
für eine einzigartige Bandbiographie und an den Plauener Club Malzhaus,
der von 1973 bis zu seiner Zwangsschließung 1982 obrigkeitsresistent
als Keimzelle der DDR-Folkszene wirkte und sich seit seiner Neugründung
1990 erfolgreich als ambitioniertes Veranstaltungszentrum etabliert
hat.
Gleichsam ein Schwerpunkt neben den Schwerpunkten ist ein überbordendes
Konzertprogramm. Aus der langen Reihe der Acts von allen Kontinenten ragen
einige sicher noch heraus:
das Afro-Celt SoundSystem (GBR), die Supergroup der Weltmusik,
Blue
King Brown (AUS), laut Carlos Santana „die Stimme der Straße und die
Band der Zukunft!“, Bomba Estéreo (COL) mit Urban Latin und Electronic
Cumbia,
die bezaubernde Céu (BRA) mit Trip-Hop-Samba,
die explosivern Figli di Madre Ignota (ITA) mit einer in die Beine fahrenden Mixtur aus Italo-Surfbeat und Balkanbrass,
die
Folk-Legende Arlo Guthrie (USA), der gemeinsam mit den Thüringer
Symphonikern Saalfeld-Rudolstadt auftritt, Shootingstar Sophie Hunger
(SUI),
der auf traditionellen Solo-Pfaden wandelnde Oyster-Band-Sänger John Jones (GBR),
die Leningrad Cowboys (FIN), ultimative Anwärter auf den inoffiziellen „Crazy Finn Award 2010“,
die
Hannes Löschel Stadtkapelle (AUT) mit dem Programm Herz.Bruch.Stücke,
einer Reise zwischen Hochzeit und Grab, zwischen Wiener Musik und Jazz,
Aurelio Martinez (HON) mit Garifuna Soul,
Daniel Melingo (ARG), Tango-Bohemien aus Buenos Aires,
Miss Platnum (DEU) das exzentrische “Sweatheart of Balkandisco”,
Rechela (ISR) mit Beduinen-Liedern aus der Wüste,
der Creole-Preisträger 2009 The Shin Black Sea Project (GEO),
Ebo Taylor & The Bonze Konkoma (GHA), die Highlife auf Jazz und Afrobeat treffen lassen, oder
Cedric Watson & Bijou Creole (USA), Louisianas größte Cajun- und Zydeco-Hoffnung.
Komplettiert wird das TFF.Rudolstadt durch sein umfangreiches
Rahmenprogramm. Dazu gehören neben der aufwendigen künstlerischen
Stadtgestaltung das große zweitägige Kinderfest im Heinepark, die lange
Nacht der Worldwide Clubculture im Soziokulturellen Zentrum saalgärten,
das Instrumentenbauzentrum, Ausstellungen, das Basartreiben in Altstadt
und Park sowie die offenen Höfe in Rudolstadts Weinbergstraße.
Bereits
vom 1. bis 3. Juli versuchen sich in einem internationalen
kulturpolitischen Symposium mit dem Titel „Eine Welt für Musik“
hochkarätige Akademiker, Künstler, Agenten, Verleger und Journalisten
auf Schloss Heidecksburg an der Klärung der Rolle von Weltmusik in
Zeiten der Globalisierung.
Zum Sonderkonzert am Vorabend des 20. TFF, am 1. Juli, haben wir Ojos
de Brujo (ESP) eingeladen. Die neben Manu Chao bekannteste Mestizo-Band
Barcelonas nennt ihren Sound selbst „Hip Hop Flamenkillo“. Was textlich
von sozialem Engagement kündet, wird musikalisch durch Zutaten aus
Flamenco, Hip Hop, Jazz, Rock, Ragga, Funk und diversen
lateinamerikanischen und orientalischen Rhythmen zum treibenden Gebräu.
Als
Support haben die Ojos den 25 jährigen Rapper Kumar (CUB/ESP) im
Schlepptau, der aus Havanna stammend seit drei Jahren in Barcelona lebt
und – mehrfach mit Preisen bedacht – in seiner alten wie in seiner
neuen Heimat zu den bekanntesten Hip Hopern zählt.