Seit 1993 bieten wir Möglichkeiten für die Anbahnung von Zusammenarbeit zwischen Kulturschaffenden. Geschah diese anfangs vor allem auf den Gebieten der Musik und des Instrumenten- und Musikanlagenbaus, so kamen später künstlerische Elemente, wie Malerei und Bildhauerei sowie Kunsthandwerk hinzu.
Darüber hinaus sind wir bestrebt, Leute mit kommerziellen Interessen, die ihre eigenen kulturellen Ansprüche ans Leben nicht auf dem Altar von Nutzung und Verwertung sowie Gewinnstreben zu opfern bereit sind, mit Kulturschaffenden aller Bereiche zusammen zu bringen. Hierbei geht es uns, über die Kulturförderung hinaus, um die Vernetzung von kulturellen und wirtschaftlichen Akteuren innerhalb des Ostseeraums.
Wirtschaftliche Interessen und künstlerische Ansprüche hinsichtlich Form, Ausdruck und Vermittlungsmethode können zu gegenseitigem Vorteil eingebracht werden. Allerdings lehnen wir jegliche Form der Unterordnung unter kommerzielle, weltanschauliche oder religiöse Vorgaben von dritter Seite entschieden ab. Unsere Unabhängigkeit sichert uns die Freiheit der Inhalte und Formengebung.
Kunst und Kommerz können, bei Vermeidung falscher Kompromisse, und bei gegenseitigem Respekt, gemeinsam Höherem dienen, anstatt der Mittelmäßigkeit Vorschub zu leisten.
Unter den Nichtregierungsorganisationen des Ostseeraums vertreten wir einen freikulturellen Ansatz, bei dem soziokulturelle Besonderheiten und Traditionen von Völkern, Minderheiten und kulturellen Strömungen sowie den kulturellen Anliegen einzelner Mitmenschen respektiert werden. Authentizität ziehen wir Konformismus vor.
Für uns gilt das Voltairsche Toleranzgebot, demgemäß wir selbst das aushalten und gewähren lassen, was uns nicht gefällt oder zusagt. Wir ziehen die Einheit in Vielfalt der einfältigen Vielheit vor.
Weil wir unter anderem das Fahrrad nicht erfunden haben, kooperieren wir zuweilen mit Partnern aus den Bereichen Kunstmalerei, Bildhauerei, Kunsthandwerk, Fotografie, Musik, Archäologie, Lokal- und Regionalgeschichte sowie Historienspiel und Reenactment, darunter Solisten, Ateliers, Galerien, Tourismusverbände, Museen und kunsthandwerkliche Werkstätten, Kulturzentren, Musikverlage sowie Darstellungsformationen im In- und Ausland.
Passend zu unserem Hauptsitz an Bord eines Kulturtrawlers der "Independent-Szene" lieben wir den offenen, geistigen Horizont.
Vor diesem Hintergrund führen wir alljährlich westöstliche Treffen für handgemachte Musik, Kunst und Kunsthandwerk durch. Diese sind für Laien, Amateure und Profis gleichermaßen gedacht.
Am ersten Juli-Wochenende dieses Jahres war wieder ein Balticult-Presseteam nach Rudolstadt gefahren, um Kontakte zu knüpfen, Interviews zu machen und Material für Reportagen und Berichte oder Kommentare zu sammeln. Balticult e. V. fühlt sich seit Gründung dem Festivalteam inhaltlich wie menschlich sehr verbunden.
Für eine aktive Mitwirkung beim 18. West-Ost-Treffen für handgemachte Musik und Kunst (Folge "OktoberSound IX"), das vom 16. bis 18. Oktober 2009 unter dem Motto "Hörsignal 2009" ausgerichtet wurde, war der Fotodesigner Sam Schramm aus Hamburg nach Vogelsang gekommen und hatte Schlosswände für die Präsentation seiner Kunstfotografien nutzen können, die seitens der Teilnehmenden Beachtung fand.
Im Mittelpunkt des Treffens stand 2009 das Zusammenspiel von Musik und Hörfunk. Vom Musikpädagogen und Medientheoretiker Martin Staszak erfuhren die Teilnehmenden viel Neues über Verfremdungsmöglichkeiten und Hörfunk-Effekte, unter Ausnutzung der Kapazitäten des Computers. Martin Staszak ist bei Balticult e. V. für den Aufbau eines Kulturnetzwerks, bezogen auf den Ostseeraum, zuständig.
Gemeinsam mit dem Cellisten Ben Soijka (Mitglied des Hamburger "U-Boot-Orchesters") und der Dichterin und Liedermacherin Betty Quast, die zum Geschehen ein eigenes Lied über die untergegangene, frühgeschichtliche Ostseestadt "Veneta" beisteuerte, erstellten die Teilnehmenden einen halbständigen Hörfunk-Beitrag.
Der aus Kappeln angereiste, autodidaktisch gebildete Instrumentenbauer Thomas Petersen zeigte, wie man Instrumente selbst bauen und sich dadurch den Zugang zur Musik erleichtern kann. Eines seiner Instrumente ist auf dieser Seite (links) abgebildet. Wie wir nun wissen, hat er mehrere 'schräg wirkende' Instrumente gebastelt, die entweder leicht oder auch mit hohen Anforderungen bespielt werden können. Sein Vortrag machte uns allen Lust auf mehr!...
In diesem Jahr wird das 10. West-Ost-Treffen handgemachter Musik und Kunst im Jagdschlossgebäude der Heimvolkshochschule Vogelsang e. V. vom Freitag, dem 15. bis Sonntag, den 17. Oktober stattfinden. Der Titel des Treffens lautet Soundsputnik am Salzhaff gelandet! Am Programm wird noch gebastelt. Allerdings hat der Hamburger Musiker mit Schwerpunkt spanischer Gitarrenmusik - Ferdinand Feil - bereits fest zugesagt, während "OktoberSound X" eine aktuelle Werkschau seines Schaffens zu präsentieren.
Wie in vergangenen Jahren sind am zweiten Juni-Wochenende 2009 wieder Balticult-Mitglieder in mittelalterlicher Gewandung nach Neustadt-Glewe gereist, um am Burgfest teilzunehmen bzw. mitzuwirken.
Auch das aus westöstlichen Balticult-Musik- und Kunsttreffen hervorgegangene Duo Symbiosis war wiederholt auf dem Burgfest aufgetreten, um Texte sowie Melodien aus der Feder von Königen Troubadouren (kunstbeflissene Ritter und andere Adlige) Spaniens zu Gehör zu bringen. Auf diese Weise ist das Duo bestrebt, auf die arabischen bzw. maurischen wie spanisch-christlichen Wurzeln gesamteuropäischer Kultur aufmerksam zu machen. Das Duo repräsentiert die interkulturelle Zusammenarbeit zwischen einem Poesie vortragenden "Nordmann" und einem musizierenden spanischen "Caballero". Die Musikbeiträge, die ursprünglich auf mittelalterlichen Instrumenten gespielt wurden, mussten auf Gitarre umgearbeitet werden. Ein Teil der Texte beruht auf eigenen Übersetzungen von mittelalterlich-sprachlichen Originalversionen.
Am Wochenende des 11. und 12. Juli 2009 fanden in Oldenburg (Holstein) die Slawentage statt. Am Sonnabend, dem 11. Juli folgten historisch gewandete Balticult-Mitglieder der Einladung der Leiterin des Oldenburger Wallmuseums und nahmen für einen Tag an der sehr gelungenen Veranstaltung teil. Es wurden alte Beziehungen zu Angehörigen der norddeutschen Reenactment-Szene bekräftigt und neue Kontakte (unter anderem zu mittelalterlichen Spielleuten aus Polen) geknüpft. Unser lettisches Mitglied Mâra Silâja-Woelke ließ ihre Kôkle erklingen, dieweil unser "Nordmann" Verse-Kostproben mittelalterlicher Ritter bzw. Troubadoure im Lager der Wikinger vortrug.
Einen Riesenspaß machten die Fährfahrten zwischen der Slawensiedlung und dem Zeltlager bzw. übrigen Veranstaltungsgelände. Alle Balticult-Mitglieder, die an der Veranstaltung teilgenommen hatten, fuhren, wenn auch etwas erschöpft, beglückt und in guter Stimmung wieder nach Hause.
Auch an den Wikingertagen der Turmhügelburg zu Lütjenburg nahm eine historisch gekleidete Balticult-Abordnung teil, um die Verbundenheit mit den dort Aktiven zu demonstrieren. Herrliches Wetter versüßte den Aufenthalt im Nordwesten des Landesteils Holstein (23 Kilometer von Oldenburg entfernt).
Das Balticult-Presse-Team besuchte selbstverständlich auch die diesjährige Hanse Sail Rostock, vor allem die Präsentation der Großsegelschiffe in Warnemünde (Küstenvorort von Rostock), aber auch den Verein Hanse Sail, im Stadthafen-Gelände. Der Service der Presseabteilung des Veranstalters wie der aktiven Vereinsmitglieder war auf liebenswürdige Weise hervorragend.
Das alljährlich in Flensburg stattfindende Festival folkBALTICA wurde von unserem Presseteam ebenfalls aufgesucht. Eine Schwerpunkt-Ausgabe unseres Kulturmagazins "Windrose" über die hier erwähnten Festivals ist in Arbeit. Sie ist vor allem unseren langjährigen Partnern unter den Festival-Veranstaltern und den musikalisch Mitwirkenden gewidmet. Auch in unseren deutsch-baltischen Kulturbriefen ("Baltische Sonne") werden sich Aspekte der Festivals wiederfinden. Wir danken Jens-Peter Müller und den übrigen Angehörigen des Festivalteams für gewährte Gastfreundschaft und Unterstützung bei unserer Pressearbeit!
Vom 4. bis 8. November 2009 fanden die 51. Nordischen Filmtage Lübeck statt. Ein Presseteam nahm sich dieser Veranstaltung an und wird demnächst darüber Berichte liefern. Wieder waren viele Filmschaffende aus den skandinavischen und baltischen Staaten angereist, um ihre Filme vorzustellen oder Kontakte für zukünftige Kooperationsprojekte zu knüpfen. Dem Veranstaltungsteam ist es zu verdanken, dass auch im 'Krisenjahr 2009' das für den Ostseeraum wohl bedeutendste Filmfest stattfinden konnte. Das Balticult-Presse-Team dankt für guten Presse-Service!