Balticult 2010
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Politische Bildung für 'jedermensch'

Seit 1994 führten wir - auf der Grundlage eines Kopperationsvertrages - in den Räumen der Heimvolkshochschule Vogelsang e. V. (Kreis Nordwestmecklenburg) politisch-interkulturelle Workshops durch, an denen Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunftsmilieus, aus alten und neuen Bundesländern sowie dem europäischen Ausland teilnahmen. Mit Rückbesinnung an den 9. November 1989 und inhaltlicher Bezugnahme auf die Zeit der "Runden Tische" während der ersten friedlichen Revolution auf deutschem Boden und auf die kurze Amtsphase der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR wie auch im Hinblick auf die geistigen und materiellen Hinterlassenschaften sozialer Bewegungen in der Vorwende-BRD riefen wir zur Teilnahme an unseren "November-Workshops" im Jagdschloss Vogelsang bei Wismar auf.

Vom 11. bis 13. 11. 2005 fand erstmalig, unter dem Titel November-Echo, ein Workshop in Lenzen an der Elbe (westliche Prignitz) als zusätzlichem Austragungsort statt. Wir befassten uns seinerzeit mit Anwendungsmöglichkeiten alternativer, sparsamer bzw. nachhaltiger, individueller wie nachbarlich-gemeindlicher Energienutzung. Darüber hinaus suchten wir nach Ansatzpunkten für interregionale Zusammenarbeit mit Partnern in Lenzen, in anderen Gegenden Deutschlands sowie im übrigen Ostseeraum auf ökologischer und föderativ-demokratischer Basis.

Im Folgejahr wurde vom 24. bis 26. November, unter dem Titel Europäischer November wieder ein politisch-interkultureller Workshop in Vogelsang bei Wismar ausgerichtet. Finanziell wurde jene Veranstaltung vom Kreis Nordwestmecklenburg unterstützt. Im Ergebnis des Workshops kam es zu neuen Kooperationsformen zwischen Teilnehmern und Mitwirkenden.

Diese Workshop-Reihe diente bisher der Anregung gemeinschaftlicher wie individueller Befähigung zur Selbstorganisation oder persönlichen Interessenwahrnehmung auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet bzw. im Alltagsleben. Das galt für das Mitwirken in Gemeinde- oder Stadtvertretungen, Kreistagen, auf landesparlamentarischer Ebene oder im Bundestag ebenso, wie innerhalb einer Bürgerinitiative oder Nichtregierungsorganisation, im Rahmen einer spontanen Initiative oder international abgestimmten Kampagne. Rechtliche Grundlagen waren die Landesverfassung Mecklenburg-Vorpommerns, das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und unsere Satzung. 

Die Reihe der "November-Workshops" wurde 2006 eingestellt. Wir verlagerten unsere kultur- und bildungspolitische Tätigkeit auf das Feld innereuropäischer Zusammenarbeit von Nichtregierungsorganisationen.

Am 2. Juni 2007 luden wir, vor dem Hintergrund  unseres Engagements in der NGO-Initiative OSTSEEKOOPERATION, zu einem Treffen ins Rostocker Rathaus ein. Dies geschah auch, um ein Signal für  von Politik- und Medienrummel unabhängige, politische Tätigkeit und kulturwirkendes Engagement zu setzen. Es handelte sich um ein Treffen für Vertretungen von Nichtregierungsorganisationen (englisch: nongovernmental organizations = ngo's), die sich auf unterschiedlichen Gebieten, wie Kultur, sozialer (Nachbarschafts-) Hilfe und Betreuung, Kommunalpolitik, Umwelt- und Naturschutz, Tourismus oder Wirtschaftsentwicklung innerhalb des Ostseeraums betätigen.

Leider erschienen zu dem von uns ausgerichteten Treffen nur sehr wenige Leute, da viele potenzielle Teilnehmer bzw. Angehörige von NGO's zur gleichen Zeit an friedlichen Protestdemonstrationen im Hinblick auf das Gipfeltreffen der "G-8-Staaten" teilnahmen, welches zwei Tage darauf in Heiligendamm beginnen sollte. Andere hatten Angst davor, in Ausschreitungen zu geraten oder Opfer von Übergriffen durch 'Hardliner' zu werden und reisten deshalb gar nicht erst an.

Immerhin konnten wir mit unserer bescheidenen Zusammenkunft, an der auch der Oberbürgermeister des Hansestadt Rostock - Roland Methling - teilnahm, ein Zeichen für das von uns bevorzugte Mittel des Diskurses und der friedfertigen Form politischer Auseinandersetzung und gesellschaftlichen Engagements setzen.

Unsere Themen befassten sich mit dem Gipfeltreffen der G-8-Staaten und unseren eigenen Anliegen als NGO's, desweiteren mit dem NGO-OSTSEE-FORUM 2008 in Riga, mit dem vor allem in Schweden und Lettland öffentlich diskutierten kriminellen Frauenhandel, mit weltanschaulichen und religiösen Impulsen seitwärts der Globalisierung, mit der hanseatischen Tradition Rostocks und dem Spannungsverhältnis zwischen kommunalen, bundes- wie europolitischen Anliegen und weltwirtschaftlichen Herausforderungen sowie mit interkulturellem Geschichtsdiskurs im Ostseeraum.

Dank Unterstützung der Firma "Erdenreich" gab es auch eine kunsthandwerkliche Überraschung während des Treffens. Bis heute sind wir Oberbürgermeister Roland Methling und seinem Rathaus-Team für freundliche Aufnahme und guten Service dankbar! Weitere Veranstaltungen sind angedacht.

Als Ergänzung des NGO-Treffens besuchten wir die Ausstellung "Art goes Heiligendamm" und nutzten die Gelegenheit zu vielen Gesprächen mit Rostocker Bürgern, auswärtigen Demonstranten, Polizisten, Künstlern und anderen Menschen, denen wir unterwegs begegneten.


Im Oktober 2007 fanden in Riga und im Februar 2008 in Daugmale jeweils Vorbereitungstreffen für das NGO-OSTSEE-FORUM 2008 statt, an denen wir uns aktiv beteiligten. Das Forum 2008 wurde von der Bürger-Allianz Lettlands vom 11. bis 13. Mai 2008 in Riga ausgerichtet. Für diejenigen, die es nicht wissen: Riga ist Partnerstadt der deutschen Hansestädte Rostock und Bremen.
 
Der Oberbürgermeister Rostocks, Roland Methling verfasste eine Grußwort-Rede an die Teilnehmer und Partner des Ostsee-Forums, welches auf dem Plenum des NGO-Ostsee-Forums 2008 verlesen wurde. Die Ansprechpartnerin der Bürger-Allianz Lettlands, Guna Lapina, sowie die Sekretärin des Oberbürgermeisters von Riga erhielten vom Balticult-Delegierten je ein Exemplar der Rede ausgehändigt. 
 
Im vergangenen Jahr bezogen wir vor allem unsere Außenstelle "Jagdschloss Vogelsang" in die interregionale Austauscharbeit ein. Ihre Anschrift lautet:
 
 
 
Das NGO-Ostsee-Forum 2009 fand vom 26. Februar bis 1. März im dänischen Helsingoer (nahe der Hauptstadt Kopenhagen) statt. Aus verschiedenen Gründen waren wir diesmal zwar nicht durch eine(n) Delegierte(n) vertreten, hatten uns aber indirekt an den Vorbereitungen beteiligt und wieder eine Grußbotschaft des Oberbürgermeisters der Hansestadt Rostock (Roland Methling) an verschiedene Persönlichkeiten aus der offiziellen dänischen Politik wie aus dem Bereich der Nichtregierungsorganisationen weitergeleitet, um anlässlich des Forums in Helsingoer wiederholt deutlich zu machen, dass Rostock sich den NGOs im Ostseeraum und darüber hinaus gern als Austragungsort für Tagungen und Konferenzen jeglicher Art anbietet. 
 
Erstmals nahmen unsere Vorstandsmitglieder Natalia Fomina und Martina Rühmann an einem Treffen von Mitgliedsorganisationen und Einzelmitgliedern der NGO-Initiative OSTSEEKOOPERATION als Delegierte teil, das am Freitag, dem 29. Mai 2009 in Hamburg stattfand. Sie vertraten die Interessen und Anliegen unserer Kultur- und Bildungsgesellschaft auf vortreffliche Weise und belebten auf ihre Art den Diskussionsprozess jenes Treffens, das unter anderem auch der Vorbereitung kommender NGO-Ostsee-Foren diente.

In diesem Jahr fand das NGO-Ostsee-Forum am 15. und 16. April in der litauischen Hauptstadt Vilnius statt. Mit der Entsendung von Delegierten oder Referenten sind finanzielle, personelle wie organisatorische Fragen verbunden. Leider konnten wir aus organisatorischen und teminlichen Gründen niemanden entsenden, obwohl es aussichtsreiche Kandidaten gab, die sich allerdings zwischen beruflicher Verpflichtung und Teilnahme zugunsten ihrer Einkommensmöglichkeit entscheiden mussten. Immerhin wirken Delegierte und Referenten 'ehrenamtlich' und im gemeinnützigen Kontext.
 
Unser Hauptanliegen ist die Anknüpfung von Kooperationsformen mit Partnern im Baltikum und in anderen Ostsee-Anrainerstaaten auf regionaler und lokaler Ebene, in erster Linie auf den Gebieten freier Kunst und Pädagogik sowie der Entfaltung eines regionalen Kulturansatzes unter Inanspruchnahme unserer Außenstellen in Neustadt-Glewe (Ortsteil Tuckhude), Vogelsang (bei Wismar) und Hamburg sowie unseres Netzwerk-Initiators Martin Staszak in Lübeck.
 
Zur Zeit 'basteln' wir an einer neuen Form des Zusammenwirkens innerhalb unserer Kultur- und Bildungsgesellschaft. Wenn die Sache 'spruchreif' ist, wird sie an dieser Stelle bekannt gegeben.
Balticult e. V. - Außenstelle Jagdschloss Vogelsang