Bisher ließen wir unsere kulturwirkenden Methoden und von uns erarbeitete Bidlungsimpulse in folgenden Bereichen zur wirkung gelangen:
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Demokratisch legitmierte Mitwirkungsmöglichkeiten
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Analyse sozialer und ökonomischer Wandlungsprozesse und daraus resultierende Handlungsansätze
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Ansätze freier Pädagogik ohne religiöse bzw. konfessionelle oder ideologische Bevormundung
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Teilhabe und theoretische Förderung von Formen lebendiger Geschichte, hierzu insbesondere von Maßnahmen identitätsstiftender Veranstaltungen in Verknüpfung mit Elementen experimenteller Archäologie und Reenactment-Initiativen, vor allem im Rahmen regional verankerter Veranstaltungen und Projekte, in Zusammenarbeit mit Partnern in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein aber auch Lettland und Russland.
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Initiierung westöstlicher Treffen für handgemachte Musik und Kunst (mit Workshop-Anteilen), vor allem durch Veranstaltungen im Jagdschloss Vogelsang, in Rostock und Hamburg
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Einberufung von Treffen vor allem norddeutscher Vertretungen von Einrichtungen und Organisationen aus dem Spektrum sogenannter Nichtregierungsorganisationen (nongovernmental organizations = ngo's)
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Netzwerk-Bildung und -Ausbau
Im Hinblick auf Veranstaltungen zur Förderung lebendiger Geschichtspflege beteiligten wir uns bisher an historisierenden Events in Neustadt-Glewe (im Südwesten Mecklenburgs), Penzlin (Ostmecklenburg), Norddeich (Ostfriesland). Oldenburg (Holstein) und Lütjenburg (Holstein). Die Beteiligung an historisierenden Events erfordert eine Mitwirkung in zeitgeschichtlich angemessener Gewandung.
Es geht hierbei in spielerischer Weise um die Förderung geschichtlichen Bewusstseins durch lebendige Erlebnismomente der Nachahmung. Außerdem unterstützt BALTICULT deutsche wie ausländische Initiativen der sogenannten "Mittelalter-Szene" bei der Anknüpfung von Kontakten zu Partnern innerhalb des Ostseeraums beziehungsweise in Skandinavien (einschließlich Island), im Baltikum, Russland, Polen, Irland, Frankreich, Spanien und Großbritannien.
Es ist vorgesehen, interkulturelle und bidlungsfördernde Kontakte zu Menschen anzubahnen, die in Ansätzen oder bestimmten Bereichen auch heute noch in einem dem deutschen wie europäischen Mittelalter vergleichbaren Kulturzustand leen, als Teil eines experimentell-archäologischen wie historisierenden weltweiten Tätigkeitsfeldes.
Auch die historische Epoche der "Bronzezeit" wurde von uns bereits in unser geschichtsorientierte Tätigkeit einbezogen, vor allem, was Überlieferungen, Kulturdenkmäler und Formen der historisierenden Nachahmung anbetrifft, allesamt inspirierende Quellen unserer gemeinsamen europäischen Kultur.
In vergangenen Jahr folgten wir einer Einladung zu den Wikingertagen in Gebäuden und Gelände der "Turmhügelburg" zu Lütjenburg und beteiligten wir uns erstmals an den Slawentagen des "Oldenburger Wallmuseums", das auch eine slawische Fischersiedlung umfasst.
Zur Verwirklichung unserer westöstlichen Musik- und Kunsttreffen oder einzelner Kulturveranstaltungen wirken wir mit Partnern aus Musik, Dichtung, Theater, Performance, Malerei, Bildhauerei, künstlerischer Fotografie und den Medien zusammen. Das diesjährige West-Ost-Treffen für handgemachte Musik und Kunst bzw. der seit dem Jahr 2000 von uns ausgerichteten Veranstaltungsreihe OktoberSound fand zum neunten Mal, und zwar vom vom 16. bis 18. Oktober 2009 in Vogelsang statt. Das Treffen war vor allem der Verknüpfung von Musik und anderer Kunstarten mit dem Medium Rundfunk gewidmet. Das Motto lautete deshalb: Hörsignal 2009.
Unter den mitwirkenden Referenten war der berüchtigte Musikpoet, -clown und Angehörige des Hamburger "U-Boot-Orchesters" Ben Soyka, von angekündigten Künstlern waren leider zwei aus Krankheitsgründen verhindert, weshalb der Fotodesigner Sam Schramm die Ausstellungsflächen allein nutzen konnte. Werke der Foto- und Installationskünstlerin Martina Palm werden wir vielleicht bei anderen Gelegenheiten zeigen.
Gemeinsam mit Ben Soyka am Cello wurde im Laufe des Treffens das Lied der aus Berlin angereisten Liedermacherin Betty Quast über die versunkene Stadt "Vineta" eingeübt. Betty Quast und Ben Soyka gaben auch eine Duo-Version des Liedes zum besten. Als eine 'Granate seines Fachs' erwies sich der vielseitige Kulturaktivist und Musikpädagoge Martin Staszak, der seit kurzem von Lübeck aus um den Aufbau eines neuen Kultur-Netzwerks für den ganzen Ostseeraum bemüht ist. Auf eine für alle Teilnehmenden anschauliche Art und Weise erläuterte Martin Staszak die Möglichkeiten der Nutzung der Informationstechnologie bzw. des Personal Computers für die Abmischung von Musik- und Hörfunk-Beiträgen bei der Aufzeichnung von Rundfunk-Sendungen (einschließlich Internet-Radio). Hier das komplette Lied von Betty Quast, welches Musikreferenten und Teilnehmende gemeinsam einübten und nach dem westöstlichen Musik- und Kunsttreffen in Vogelsang durch's Internet schickten:
Vineta
von Elisabeth Quast
(Text und Melodie Februar bis März 2009)
Es liegt ein Schatz vor Hiddensee
Goldene Tore und Dächer ich seh
Wenn ich am Ufer steh
Dann tut das Herz mir weh
Geht man abends dort entlang
Und weht ein Wind von Nord auf’s Land
Hört man noch den Glockenklang
Als wie die Stadt versank
Refrain:
Vineta, Vineta, du rieke Stadt
Vineta, Vineta, du rieke Stadt
Vineta, Vineta sall untergahn
Wieldeß se hät väl Böses dahn!
In der Nacht kam die Wellenflut
Es versanken Hab und Gut
Die Schlafenden fort sie trug
Ertrunken bist auch Du!
Ungehört blieb der Weisen Rat:
Um Gottes Willen verlasst die Stadt!
Schauerlich eine Stimme sang
Vorhersagte den Untergang:
Refrain:
Vineta…
Doch in einer Morgenstund
Seh ich Dich auf dem Meeresgrund
- Du mit dem Rosenmund
Wann machst Du mich gesund?
Nur ein Spökenbild vor mir stand
Mir war, als hätt’ ich Dich erkannt
In altertümlichem Gewand
Wie damals, als ich Dich fand!
Refrain:
Vineta… (2 x)
(Aussprache: st und sp als “s-p” aussprechen!)
2010 wird die Veranstaltungsreihe "OktoberSound" fortgesetzt und zum zehnten Mal in Vogelsang ausgerichtet. In diesem Jahr wird eine Spanne zwischen Formen der Urmusik bis hin zur Verbindung von Jazz und Folk ausgebreitet. Aus diesem Grunde heißt die diesjährige Folk Sputnik am Salzhaff gelandet. Das westöstliche Treffen handgemachter Musik und Kunst findet am Wochenende vom Freitag, dem 15. bis Sonntag, den 17. Oktober 2010 statt. Wir hoffen, dass sich unter den teilnehmenden Künstlern neben Vertreter(inne)n der Malerei und der künstlerischen Fotografie diesmal auch Kulturschaffende aus dem Bereich der Bildhauerei in Vogelsang einfinden werden. Der bildende Inhaltsanteil wird in dem Versuch bestehen, altüberlieferte Klangformen mit hochmodernen Musikelementen zu konfrontieren und nach Möglichkeit miteinander zu verbinden.
Zu dem Thema Entre dos aguas wird sich Balticult-Mitglied und Könner des spanischen und lateinamerikanischen Gitarrenspiels Ferdinand Feil (Hamburg) ins Geschehen einmischen. Er wird den Teilnehmenden eine Überraschung mitbringen (vgl. Seite "Bildung im Diskurs".
Bangemachen durch die ständige Vorführung musikalischer Hochleistungen gilt nicht. "OktoberSound" ist offen für jedermensch, ganz gleich, welcher Herkunft und welchen Alters. Auch Mittel der Darstellenden Kunst und der Dichtung sollen zur Geltung kommen. Es wird recht 'bunt' werden.